Die neun Musiker von Studio Dan aus Wien machten sich für uns auf zur Expeditionsreise zum fernen Planeten Globokar. Merkwürdige Geräusche wabern zunächst durch die Täler des unerforschten Gebiets und die Gruppe untersucht die Umgebung mit allerlei Werkzeug und Instrumentarium. Schon bald kommen sie mit den Planetenbewohnern in einen musikalischen Dialog, den sie gurgelnd, mit Bohrmaschinen summend oder unter Wasser trötend immer wieder ausweiten. Vinko Globkar, dessen Kompositionen Grundlage der Produktion waren, war selbst bei der Uraufführung in Graz zugegen und sehr glücklich mit der musikalischen Forschungsreise.

Genau wie ein Mädchen nach der Aufführung fragen auch wir uns: »Wann gibt es die nächste Folge?«

 

Torkild aus Dänemark kam nicht allein zu unserem Festival, neben seinem Techniker ist auch Torkilds eigenwilliger Schatten mitgereist. Letzterer zeigte uns in dem multimedialen Stück, was man als zweidimensionaler Pixelschwarm alles kann: Aus dem Nichts zauberte er Kaninchen, Elefanten, Luftballons und sogar Monster hervor. Klar, dass der echte Torkild da ein bisschen neidisch ist und die zwei sich zanken. In wahrer Slapstick-Marnier kommen die beiden nach einem aufregendem Kampf aber wieder zueinander und lernen mit dem jeweils anderen zu leben.

 

Theater für ganz Kleine, viele mögen es kaum glauben, ist eine der schwierigsten Disziplinen im Schauspiel. Das Theaterhaus Frankfurt schafft es mit Leichtigkeit, das Publikum ab zwei Jahren für Theater zu begeistern. Mit einigen Überraschungen, witzigen Dialogen, großen und kleinen Bewegungen, Musik vom Plattenspieler und live gesungenen Stücken von Purcells Barockoper »The Fairy Queen« wirbeln die zwei Protagonisten über die Bühne und holen immer neue Kleidungsstücke hervor. Wir sind uns sicher, dass es für viele junge Zuschauer ein super Start für weitere erste Theaterbesuche werden wird.

  

Wenn Ines ihr »Kostüm« überzieht, dann vergisst man binnen Sekunden, dass Fingerman keine eigenständige Figur ist. Wie von selbst scheint sich das Wesen bestehend aus ein oder zwei Händen über die Bühne zu bewegen, Berge hinaufzuklettern und hoch oben zittrige Knie zu bekommen. Wir freuen uns und wir leiden mit dem mutigen Fingerman, den wir auf seiner Reise ein kurzes Stück begleiten durften.

  

Fredrik ist schon seit dem allerersten Festival dabei. Trotzdem ist jedes Konzert anders. Immer wieder neue Lieder, Geschichten und Bewegungsübungen sprudeln aus dem Mann heraus, deren erwachsene Zuschauer selbst schon als Kinder bei seinen Konzerten waren.

Insgesamt über 1.000 große und kleine Besucher lauschten gebannt seinen Geschichten und sangen und tanzen zu seinen Liedern in der Fabrik Altona.

Vahle Lesung

Einen Tag vor den Konzerten konnten Kinder und Eltern Frederik Vahle ganz nah und privat im Fundus Theater in Eilbek erleben.

Neue Geschichten, Lieder, der berühmte »Katzentatzentanz« und sein neues Buch »Die hohe Kunst des Sau-Zen oder Achtsamkeit mit Borsten« begeisterten das Publikum.

Schade war, dass nur wenige Kinder und Eltern diese einmalige Chance mit Frederik Vahle ins Gespräch zu kommen oder Musik- oder Geschichtswünsche zu äußern, genutzt haben.

 

In der wunderbaren Rathausdiele durften wir zu unserem 30. Jubiläum die schönsten Bildern aus all unseren Jahren des »KinderKinder« Festivals sowie unseres Kindermusikfestes »laut und luise« und des »Big Bang« Festivals ausstellen. Viele Hamburger Interessierte und zufällige Touristen schauten sich die großformatigen Bilder rund um die Säulen mit Begeisterung an.

 

Seit vielen Jahren versuchen wir diese Theaterinstallation von einer der führenden Theatergruppen Dänemarks zu bekommen. Entsprechend froh waren wir, als es dieses Jahr endlich klappte. Im schönen Teehaus »Yu Garden« hinter dem Völkerkunde Museum haben wir vier Mal den Geburtstag von Hans Christian Andersen gefeiert.

Sobald man den Raum mit der Geburtstagstafel betritt, kann man sich gar nicht sattsehen an den vielen Details auf dem Tisch. Jeder Platz erzählt von einem neuen Märchen des berühmten dänischen Schriftstellers. Wie durch Zauberhand bewegt sich hier eine Feder, blubbert es dort aus der Schüssel, verschwinden die Servietten des Kellners oder flackert ein Bild auf. Wir finden, es ist eine der schönsten Produktionen des Festivals gewesen, schade nur, dass wir die Vorstellungen nicht ganz ausverkaufen konnten.

Fidel Mops ist seit zehn Jahren schon unser treuer Begleiter und schmückt unser KinderKinder-Logo. Zu seinem Schöpfer Andreas Röckener haben wir ebenfalls eine enge Beziehung - tuscht er die beliebten Wimmelbilder für unsere Open-Air Feste jedes Jahr detailreich aufs Neue. So haben wir uns nicht zweimal bitten lassen, für die Mopsausstellung etliche Leihgaben in die Bibliothek zu liefern, die alle zusammen die Mops-Ausstellung im Erdgeschoss der Zentralbibliothek im Hühnerposten ergeben. Nun können die vielen tausend Besucher am Tag die gesammelten Mops-Werke begutachten, wie schön!

»Swift« erzählt von der abenteuerlichen Reise eines Schiffbrüchigen, der unendlich viel Durst hat. Wir begleiten ihn durch seine Träume und bangen mit ihm um jeden Tropfen Wasser (ein Kind im Publikum erbarmte sich und bot Paolo Cardona seine Trinkflasche an). 

Auch wenn wir seine Sprache nicht verstehen können, erzählt er uns von kleinen Städten, die von noch winzigeren Bewohnern ausgebaut werden und von Riesen, denen wir ausgeliefert sind. Am Ende zeigte sich das Publikum sehr bewegt von all den Bildern, die auf der Bühne im Goldbekhaus eine Geschichte nah an Gullivers Reisen ergeben haben – da ist es auch gar nicht mehr so wichtig, ob die ganze Reise nicht vielleicht nur ein Traum war?

Hortas Kunst ist einzigartig. Aus einem einzigen Stück Papier faltet sie binnen Minuten riesige Skulpturen mit erstaunlicher Mimik. Für uns ist sie schon zum dritten Mal aus Kanada nach Hamburg gekommen, um ihre Gesichter-Geschichten in feinstem Schweitzerdeutsch mit englischen Einlagen zu erzählen. Ganze 50 Minuten geht die filigrane Reise durch Hortas Welt und selbst die Kleinen sind konzentriert bei der Sache, wenn mehr und mehr Papierskulpturen die Bühne erobern. Wir danken Horta für die schönen neuen Papierfiguren, die jetzt unser Büro schmücken!

Am 18.09 war es wieder soweit, wie jedes Jahr eröffneten wir unser Internationales Musik und Theater Festival »KinderKinder« mit dem Weltkinderfest in den Großen Wallanlagen.
Bei strahlender Sonne und blauem Himmel erfreuten sich weit über 48.000 Besucher an einem vielseitigen und kunterbunten Bühnenprogramm und an über 70 Ständen zum Mitmachen, Spaßhaben und Neueskennenlernen.
 
Auf zwei Bühnen gab es einiges zu sehen: Chinesische Tänze der Hanhua Chinesisch-Schule, ein 60-köpfiges Bläserorchester der Staatlichen Jugendmusikschule, portugiesische Eltern von »Os Lusitanos« die mit ihren Kindern musizierten und tanzten sowie die Band »Radau!«, die es schaffte Eltern und Kinder gleichermaßen zum Rocken zu bringen – und das waren nur ein paar der vielen grandiosen Höhepunkte des Festes.
Wer genug Kultur an den Bühnen genossen hatte, konnte weiterziehen und sich an den zahlreichen Ständen austoben. Neu dabei waren in diesem Jahr unter anderem Chiquita mit einem aufregenden Bungeerun und genug Bananen für alle und auch die Jugendfeuerwehr nahm zum ersten Mal teil und bot jedem eine kleine Löschübung mit Wasser an.
Wollte man hoch hinaus konnte man den Kletterturm von sportspaß erklimmen oder aber auch auf lustige und interessante Weise Spannendes aus der Welt der Physik kennenlernen mit dem „DESY-Schülerlabor“.
Gewinnen konnte man auch etwas: Mit der Teilnahme an der Kinderrechte-Rallye hatte jeder die Chance auf Freikarten für unser laufendes Festival, die glücklichen Gewinner sind bereits ausgelost.
 
Wir freuen uns über diesen grandiosen Auftakt unseres Festivals und sind schon gespannt auf das nächste Weltkinderfest!